Kinder-HNO

Kinder-HNO 2017-11-10T16:41:34+00:00

Kinder-HNO in München

Der kleine Patient in der HNO-Heilkunde

HNO-Erkrankungen bei Kindern machen einen großen Teil der Tätigkeit des HNO-Arztes aus. Gleichwohl ist die Qualität der Erkrankungen glücklicherweise meistens nicht wirklich bedrohlich. Allerdings können Ohrenschmerzen sehr plötzlich und mit großer Heftigkeit auftreten. Dies liegt im Allgemeinen an einer sich anbahnenden Entzündung im Rahmen eines Infektes der oberen Atemwege, der erst zum Schluss das Trommelfell so dehnt und reizt, dass innerhalb von Minuten aus einem ruhig schlafenden ein schwer leidendes Kind wird. Hier ist schnelles Handeln geboten und der Schmerz medikamentös zu kappen. Keineswegs ist eine antibiotische Behandlung immer notwendig, vielmehr ist die Ursache häufig viral. Dies zu unterscheiden ist wichtig, da eine nicht erkannte bakterielle Infektion der Mittelohrräume durch die Nähe zum Hirn eine potentielle Gefahr darstellt.

Neben den akuten Infekten sind es besonders die chronischen, die uns beschäftigen. Das „Ohrenkind“ ist vielen Eltern ein Begriff, die sich mit immer wiederkehrenden Entzündungen von Mittelohr und Rachen ihrer Kinder beschäftigen müssen. Dies kann in eine zeitweilige Hörminderung durch Paukenergüsse münden, die akuten Schmerzen müssen dabei gar nicht so im Vordergrund stehen. Inhalative und naturheilkundliche Maßnahmen sind als erstes einzuleiten. Reicht diese Behandlung nicht aus, muss über die Belüftung des Mittelohrs mit einem Paukenröhrchen in Verbindung mit der Entfernung der kindlichen Polypen, der Adenotomie ggf. auch der Verkleinerung der Mandeln (Coblationstonillotomie), seltener der Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie, Coblationstonsillektomie) nachgedacht werden.

Für alle Eltern ist die Vorstellung, ihr Kind operieren lassen zu müssen, schrecklich. Allerdings sollte man – nach Ausschöpfung aller anderen Möglichkeiten – die große Chance auch sehen, die diese kleinen, und letztlich für das Kind kaum belastenden, Eingriffe darstellen. Viele Eltern bedauern im Nachhinein, den Entschluss dazu nicht schon länger gefasst zu haben, da bei korrekter Indikation eine nahezu unmittelbare Heilung vom Leiden möglich ist.

Problematisch sind die Fälle einer anlagebedingten Veränderung der Mittelohrräume. Diese Kinder müssen wahrscheinlich über Jahre in HNO-ärztlicher Kontrolle bleiben. In diesen Fällen muss neben der Eindämmung der Infekte die Erhaltung der Hörfunktionen besonders berücksichtigt werden. Hören ist eine fundamentale Voraussetzung für die kognitive Entwicklung des Kindes. Hier darf es keine Kompromisse geben. Dies gilt umso mehr als die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten vielfältig sind (Mittelohrchirurgie, Paukenröhrchen, Hörgeräteimplantation). Die Komplexität dieses Problems erfordert unbedingt die Bündelung in der Hand des audiologisch ausgebildeten Fachmanns.