Paukenröhrchen für Kinder und Erwachsene

Paukenröhrchen – Paukendrainage

Eine der häufigsten aber auch unmittelbar hilfreichsten Eingriffe der HNO-Chirurgie ist die Anlage der sogenannten Paukenröhrchen. Die Indikation hierfür ist eine medikamentös oder physikalisch nicht therapierbare Flüssigkeitsansammlung in den Mittelohrräumen. Dadurch wird die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells und der Gehörknöchelchen und die Übertragung des Schalls auf das Innenohr so vermindert, dass im Extremfall ein Hörverlust von bis zu 50 dB entstehen kann, was einer hochgradigen Hörminderung entspricht. Diese Symptome sind häufig bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen im Zuge von Belüftungsstörungen der oberen Luftwege anzutreffen. Hierzu zählen die chronische Nasennebenhöhlenentzündung, eine Nasenscheidewandverschiebung, Allergien oder eine nicht ausgeheilte akute Mittelohrentzündung.

Das Setzen einer Paukendrainage wird bei Kindern meistens in Zusammenhang mit der Adenotomie (Polypenentfernung) in Kurznarkose, bei Erwachsenen in Lokalanästhesie durchgeführt. Je nach Befund des vorgefundenen Sekrets und der Mittelohrschleimhaut wird lediglich ein Schnitt in das Trommelfell mit Absaugen der Flüssigkeit (Parazentese) durchgeführt oder ein kleines Gold-, Titan-, oder Plastikröhrchen eingesetzt. Der solitäre Trommelfellschnitt verschließt sich spontan nach einigen Tagen, das Paukenröhrchen bleibt etwa 6 Monate, wandert dann langsam nach außen, verlässt die Trommelfellebene und liegt im Gehörgang. Das Loch im Trommelfell schließt sich in gleichem Zuge.

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die Ergüsse bei Kindern anlagebedingt sind, durch eine Minderbelüftung der Mittelohrräume und der angrenzenden Zellen (Pneumatisationssystem). Diese Anlage wird durch den Eingriff nicht verändert, durch die Verbesserung der Belüftung via Parazentese, Paukenröhrchen, Polypenentfernung und auch Lasertonsillotomie wird allerdings eine Umgebungssituation geschaffen, die dem Mittelohr die Möglichkeit gibt, sich während der Wachstumsphase so zu entwickeln, dass ein normales Hörvermögen und eine regelrechte funktionelle Mittelohrmechanik resultiert.

Es ist also unter Umständen über einen gewissen Zeitraum damit zu rechnen, dass die Parazentesen oder Paukenröhrchen-Einlagen wiederholt werden müssen. Einfluss auf die Häufigkeit dieser Eingriffe kann durch begleitende medikamentöse Behandlungen oder durch eine homöopathische Konstitutionsbehandlung genommen werden. Werden diese Maßnahmen versäumt, entstehen die sogenannten Adhäsivprozesse mit einer vollkommenen Verklebung der Mittelohrräume und einer Fixierung der Gehörknöchelchenkette. Hier sind dann nur noch ausgedehntere mittelohrchirurgische Maßnahmen möglich (Tympanoplastik).

Öffnung des Trommelfells zur Drainage Eröffnung des Trommelfells bei sekretgefülltem Mittelohr (Parazentese)
eingesetztes Paukenröhrchen - Seite Platziertes Paukenröhrchen – Seite
eingesetztes Paukenröhrchen - vorne Platziertes Paukenröhrchen – Vorderansicht