Hördiagnostik

Hördiagnostik 2017-11-10T16:41:34+00:00
Hörstörungen diagnostizieren lassen | Hördiagnostik München

Diagnostik von Hörstörungen

Eine besondere Bedeutung innerhalb der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde haben die Hörfunktionsprüfungen. Die Physiologie des Hörens zu verstehen und die Erkenntnisse diagnostisch zu nutzen, ist die Aufgabe der Audiologie, die eine eigene Disziplin innerhalb unseres Faches darstellt.

Der Vorgang des Hörens

Um sich eine Vorstellung von der Komplexität der modernen Untersuchungmethoden zu machen, ist es hilfreich sich den Vorgang des Hörens zu vergegenwärtigen. Viele Schaltstellen müssen überwunden werden, bis überhaupt ein Höreindruck entsteht. Auf genau soviel Ebenen können dementsprechend Störungen bestehen, die den geordneten Fluss der Informationen bremsen, verzerren oder vollkommen ausschalten können.

Zunächst muss der Schall durch einen intakten Gehörgang auf eine regelrecht schwingendes und geschlossenes Trommelfell treffen. Bei einem Loch im Trommelfell wird der Schall zu einem großen Teil abgefangen. Der Schall wird anschließend über die Gehörknöchelchenkette weitergeleitet in das Innenohr. Voraussetzung hierfür ist die Unversehrtheit der Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel) und die Gleitfähigkeit innerhalb der kleinen Gelenke. Bis hierher geben uns die Tympanometrie, die Reflexaudiometrie, die Ton- und Sprachaudiometrie sowie die überschwelligen Verfahren Auskunft über Ausmaß, Art und Lokalisation der möglichen Hörstörung. Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr, der Paukenerguss z.B. bei Kindern, Gelenkversteifungen der Gehörknöchelchen etc. können auf diese Weise diagnostiziert werden.

Über die Bewegung der Fußplatte wird der Schall als Wanderwelle weiter in das Innenohr geleitet, dass einerseits aus der Schnecke besteht, in der die mechanische Information des Schalls auf den Hörnerven codiert wird, und andererseits aus den Bogengängen, die für das Gleichgewichtsystem zuständig sind. Hören und Gleichgewicht sind somit eine funktionelle Einheit und als solche diagnostisch zu bewerten. Hier kommen die objektiven Messverfahren zum Zuge: die Videonystagmographie (Funktion des Gleichgewichtsorgans), die Messung der transitorisch evozierten Potentiale (TEOAE) und die Messung der Distorsionsproduktemissionen (DPOAE, Funktion der Haarzellen des Innenohres). Letztere sind besonders bei akuten Innenohrschädigungen, beim Tinnitus oder auch bei der kindlichen und frühkindlichen Hördiagnostik von Bedeutung.

Die 3. Ebene beginnt im Hörnerv, der die Informationen aus der elektromechanischen Kopplung weiter in die Hörrinde transportiert, wo der Sinneseindruck des Hörens erst entsteht. Veränderungen des Hörnervs, Entzündungen oder auch Tumore äußern sich in einer Verlangsamung der neuronalen Weiterleitung. Eine Art EEG, das ein für den Hörnerven spezifisches Signalmuster herausfiltert, kann mithilfe der BERA (Brainstem Evoked Audiometry) ermittelt werden, was wiederum Rückschlüsse über Funktionsstörungen im Hörnerv erlaubt.

Schwerhörigkeit bei Kindern

Ein besonderes Thema ist die Hörschwellenbestimmung bei Kindern, die besonders bei Kleinkindern deshalb schwierig ist, weil eine Mitarbeit, die bei der subjektiven Audiometrie Vorraussetzung ist, nur schwierig oder indirekt erreicht werden kann. Mit objektiven Verfahren, wie der BERA, den TEOAEs und den DPOAEs lassen sich allerdings Hörschwellenannäherungen bestimmen. Bedingung für eine verlässliche Untersuchung ist Erfahrung, Geduld und modernstes elektrophysiologisches Equipment.

Ich hör‘ alles! Hilfe, wenn das Gehör nachlässt
Artikel von Dr. Schuster in der bella. PDF als Download

Schwerhörigkeit
Artikel von Dr. Schuster in der BUNTE. PDF als Download