Allergologie

Allergologie 2017-11-10T16:41:34+00:00
Allergologie bei Dr. Bernd Schuster in München

Allergiebehandlung in München

10% bis 20% der Bevölkerung in westlichen Industrienationen leiden an Allergien – Tendenz steigend. Fast jeder Zweite ist im Laufe seines Lebens in irgendeiner Weise damit konfrontiert. In der frühen Kindheit treten vor allem Nahrungsmittelallergien und atopische Dermatiden auf. Die Symptome können mannigfaltig sein: vom klassischen Juckreiz über Verstopfungen der Nase, Verlegung der Nasennebenhöhlen bis zum Asthma bronchiale oder gar bis zu uncharakteristischen Durchfällen. Im Prinzip handelt es sich um eine immunologisch vermittelte unerwünschte Reaktion auf Umweltsubstanzen. Dabei ist zu bedenken, dass unser Immunsystem uns in unzähligen Situationen vor gefährlichen Eindringlingen schützt und uns damit hier mit dem gleichen Mechanismus nützt, der uns im Falle einer Allergie schadet. Das Immunsystem muss also nützlich von schädlich und fremd von eigen unterscheiden können. Aber auch das Fremde kann eigen sein: Der Embryo im Bauch der Mutter ist zumindest zu fast der Hälfte fremd und wird trotzdem als eigen angenommen. An diesem Beispiel lässt sich die ganze Komplexität unseres Immunsystems erahnen. Es zeigt aber auch, dass uns das Phänomen der Allergien tagtäglich begleitet und wir uns mit diesem unser ganzes Leben lang auseinandersetzen müssen – auch wenn wir es zum Teil nicht merken. Denn Allergien können sich im Laufe unseres Lebens entwickeln.

Pollen- und Hausstauballergien müssen nicht schon in der Kindheit auftreten. Sie können sich im Laufe unseres Lebens ausbilden. Die Ursachen hierfür sind einerseits erbliche Faktoren, aber auch Umwelteinflüsse wie Autoabgase, Chemikalien und steigende Hygiene, die unser Immunsystem unterfordert. Rund 15 bis 25 Prozent der Deutschen leiden unter einer Pollenallergie und rund 5 Prozent leiden unter einer Hausstauballergie. Pollen können wir kaum vermeiden. Im Frühling und Sommer atmen wir pro Tag um die 5000 Pollen ein. Diese gelangen durch die Schleimhäute in den Blutkreislauf und lösen bei Allergikern einen Fehlalarm des Immunsystems aus. Das Gleiche passiert auch bei einer Hausstauballergie: Hier fällt es Betroffenen jedoch leichter, die Erreger zu meiden. Die Symptome sind ähnlich und werden häufig mit einer Erkältung verwechselt: laufende Nase, tränende und juckende Augen, Niesanfälle, in manchen Fällen auch Juckreiz, Kopfschmerzen, Müdigkeit bis hin zu Atembeschwerden. Bleibt eine Pollen- oder Hausstauballergie unbehandelt, kann sich diese auch zu Asthma entwickeln. Deshalb sollten die oben beschriebenen Symptome von einem Facharzt untersucht und eine Pollenallergie oder Hausstauballergie ausgeschlossen bzw. diagnostiziert und behandelt werden.

Aber auch wer jahrelang Milchprodukte gegessen hat, kann trotzdem eine Laktoseintoleranz entwickeln. Ähnliches gilt auch für die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Die Symptome bei diesen beiden Lebensmittelunverträglichkeiten sind ähnlich: Betroffene leiden unter Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall. Um Gewissheit darüber zu haben, was diese Symptome auslöst, sollten Betroffene sich testen lassen. Dies gilt auch für Lebensmittelallergien. Die häufigsten Auslöser hierfür sind:

  • Glutenhaltiges Getreide
  • Eier
  • Fisch
  • Krebstiere
  • Milch, Laktose
  • Soja
  • Erdnüsse
  • Schalenfrüchte, z.B. Nüsse
  • Senf
  • Sellerie
  • Sesam
  • Lupine
  • Weichtiere, z.B. Muscheln
  • Schwefeldioxid und Sulfite ab 10 mg/l

Die Lebensmittelallergie ist weniger verbreitet als andere Allergien. Lediglich rund 3% der deutschen Bevölkerung leiden unter einer echten Nahrungsmittelallergie. Zu den Symptomen zählen Hautausschlag, Asthma und im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock. Aus diesem Grund sollten Betroffene sich bei Auftreten der Symptome so schnell wie möglich einem Allergietest unterziehen und den Auslöser dadurch sicher ermitteln lassen.

Diagnostik von Allergien

Verschiedenste Stufen gehören heutzutage zu einer modernen und evidenzbasierten Diagnostik: An erster Stelle steht natürlich die Anamnese. Hier lässt sich schon viel herauslesen, ggf. sogar schon eine Hypothese erstellen. Dabei ermitteln wir beispielsweise, ob ein Familienmitglied bereits an einer Allergie leidet und ob die Symptome schon früher auftraten. Darauf folgt die Hauttestung: für die Kontaktallergene der sogenannte Epikutantest und für die Inhalationsallergene der Pricktest. Bei unklarem Befund können wir noch die sogenannten Provokationsteste anschließen. Dabei wird auf das unter Verdacht stehende Lebensmittel erst für ein bis vier Wochen verzichtet. Daraufhin nimmt der Betroffene unter der Aufsicht des Arztes das Lebensmittel wieder zu sich, damit die allergische Reaktion richtig zugeordnet werden kann. Im Blut werden schließlich noch die zirkulierenden allergenspezifischen IgE-Antikörper bestimmt. Spezielle weitere Untersuchungen wie der Lymphozytentransformationstest führen wir nur bei besonderen Fragestellungen durch.

Therapie von Allergien

Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und dem Befund. Bei isolierten Nahrungsmittelallergenen ist die Vermeidung die einfachste und wirkungsvollste Behandlung. So können Betroffene einer Laktoseintoleranz oder einer Glutenunverträglichkeit auf Milchprodukte oder glutenhaltiges Getreide verzichten. Leider werden wir häufig mit Allergenen konfrontiert, die nicht vermieden werden können, wie beispielsweise Pollen- oder Hausstaubmilbenallergien. Hier bieten symptomatische Behandlungen mit Antihistaminika und lokalen Corticoiden eine schnelle und möglicherweise kurzfristige Lösung. Das sogenannte „Encasing”, also antiallergische Überzüge, sind sinnvoll bei Hausstaubmilbenallergien. Eine „Zügelung” des überschießenden Immunsystems kann mit der Hyposensibilisierung erreicht werden. Durch die Gabe von hohen Konzentrationen an gereinigten Allergenen gewöhnt sich das Immunsystem an den Reiz und reagiert nicht mehr. Diese Behandlung kann heutzutage mit Tropfen oder Tabletten erfolgen, die klassische subkutane Injektion ist nicht mehr zwingend notwendig.

 

Zu unserem weiteren Leistungsspektrum gehören auch die Behandlung von Hörstörungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und Tinnitus.